Donnerstag, 19. Dezember 2013

"Oriental Stringwork" ... was ist das eigentlich?

So gerne ich Torten mit einer tollen Fondantdeko, Blüten oder Airbrush mag..... ich bin immer wieder begeistert, was man aus simplem Eiweiß mit Puderzucker bzw. "Royal Icing" alles machen kann, und wie vielfältig die Möglichkeiten sind. Ich glaube, jeder hat schonmal irgendwas mit Zuckerguss aus Zitronensaft und Puderzucker verziert und Royal Icing ist im Grunde ja nur die Fortgeschrittenen-Version davon. Dafür kann man es damit aber auch gehörig krachen lassen und bekommt mit ein paar Trick und Übung fantastische Ergebnisse raus. Es gibt so viele Unterschiedliche Stile und Techniken. Von "English Overpiping" über "Australian Stringwork" bis hin zu tollen Blüten aus Royal Icing gibt es ganz viel Tolles. Für all diese Sachen braucht man aber vor Allem eins: eine ruhige Hand!

Ich hab mich kürzlich zum Hochzeitstag meiner Schwieger-Großeltern mal an eine Torte mit Oriental Stringwork rangewagt. Wenn ich beschreiben müsste, was das eigentlich ist, würde ich mal sagen, dass Ornamente und Bordüren aus unterschiedlichen Strängen Icing zusammengesetzt werden. Dabei werden die Bögen aber nicht direkt auf den Untergrund gespritzt, sondern in etwas Entfernung zum Fondant quasi aufgehängt. Charakteristisch für die Technik ist außerdem, dass die Torte dabei buchstäblich auf den Kopf gestellt wird. Um den Effekt von Kreisen zu erzeugen muss man gegen die Schwerkraft anarbeiten und auchmal kopfüber pipen. Klingt komisch, ist aber gar nicht so schwierig.

Ich zeige Euch heute das Ergebnis meines ersten Versuchs, und auch wenn alle Profis unter Euch sicherlich die Hände überm Kopf zusammenschlagen werden, mit meinen teilweise etwas kruckeligen Bögen bin ich fürs erste ganz zufrieden. Mit wenig Aufwand kann man wirklich tolle Effekte erzielen.
Ich habe einen Kuchen (es war eine Sachertorte) mit lila-grauem Fondant eingedeckt und mit silberner Lebensmittelfarbe grundiert. Der Untergrund muss wirklich trocken sein, sonst hält das Royal Icing nicht.
Ich habe eine Seite mit tollen Tutorials gefunden, die Ihr Euch unbedingt ansehen müsst!


Ich hatte keine wirkliche Vorlage, sondern habe einfach ein bisschen improvisiert. Wenn ich ganz ehrlich bin finde ich es wirklich am schwersten, gleichmäßige, exakte Punkte zu pipen, wie man am Punktemuster auf dem obigen Foto sieht. So richtig klappt das noch nicht ;-)

Beim Transport des Kuchens muss man dann auch besonders vorsichtig sein, die feinen Bordüren brechen nämlich schon bei der kleinsten Berührung ganz leicht ab.

Ich wünsche Euch schonmal ein wunderschönes Weihnachtsfest und tolle erholsame Feiertage mit ganz viel Süßkram!

Liebe Grüße und Frohe Weihnachten,
Sarah

Sonntag, 8. Dezember 2013

"Post aus meiner Küche" - Weihnachtsedition

Etwas verspätet komme ich heute endlich dazu von der letzten PAMK-Runde zu berichten. Wer nicht weiß, wovon ich rede kann alles dazu hier nochmal nachlesen.
Meine Tauschpartnerin Monika ist ein wahrere PAMK-Profi und schreibt selbst einen Foodblog. Da steht man also ganz schön unter Druck was vernünftiges zu fabrizieren und zu verschicken :-) Sie mag keine Rosinen (bäh!) und kein Marzipan (lecker!), auf diese zwei Grundsäulen der Weihnachtsbäckerei musste ich also verzichten. In meinem Paket gelandet sind schließlich:
  • Spekulatiusblätter
  • Orangen-Sternanis-Marmelade
  • Vanillekipferl
  • Sugarcookies
  • Mandelnougat
Sugar-Cookies:
 
Das Rezept für die Sugar-Cookies stammt von Peggy-Porschen und ist wirklich total simpel. Ok, ok, die Kekse sind nicht gerade eine Geschmacksexplosion, aber zum Dekorieren mit Royal-Icing unschlagbar. Ich habe in einige Kekse vor dem Backen noch ein kleines Loch ausgestochen, um ein Schleifenband durchzuziehen, so hat man spitzenmäßige Weihnachtsanhänger.
  • 200 g Butter
  • 200 g Zucker
  • 1 Ei
  • 400 g Mehl
Alle Zutaten zu einem glatten Teig verkneten und in Frischhaltefolie für mindestens eine Stunde in den Kühlschrank legen. Anschließend habe ich den Teig ca. 1/2 Zentimeter dick ausgerollt und simple Kreise ausgestochen. Diese legt man auf Backpapier und schiebt sie nochmal für 30 Minuten in den Kühlschrank. Das ist wichtig, damit die Kekse beim Backen nicht wellig werden oder auseinanderlaufen. Im vorgeheizten Backofen bei Ober- und Unterhitze bei 180° dann ca. 8 Minuten backen. Die Kekse sollen zwar durch sein, aber nicht braun werden, das Auge isst ja mit. 
Nach dem Auskühlen kann man die Cookies dann mit Royal-Icing verzieren. Das hab ich hier auch schonmal gemacht. Die Farbkombi rot/grün mit ein bisschen weiß und Glitzer finde ich sehr chic, aber die Möglichkeiten sind ja unbegrenzt....



 Mandel-Nougat:

  • 100 g Zartbitterkuvertüre
  • 100g weiße Kuvertüre
  • 100g Sahne
  • 80g Zucker
  • 1EL Vanillezucker
  • 50g Butter
  • 70g gemahlene Mandeln

Die Kuvertüre getrennt hacken, in einem Topf die Sahne mit Zucker und Vanillezucker aufkochen, Butter zugeben und schmelzen lassen, die Mandeln unterrühren. Die Eine Hälfte der Masse über die dunkle, die andere Hälfte über die helle Kuvertüre gießen und umrühren, bis sich die Schokoladen aufgelöst hat.
Ich habe zuerst die helle Masse in einen Spritzbeutel gefüllt und kleine Gugl-Förmchen ca. zur Hälfte befüllt. Für ca. 10 Minuten in den Kühlschrank stellen und dann in gleicher Art und Weise die dunkle Masse aufspritzen. Anschließend sollte man die kleinen Nougat-Gugl nochmal für 2 Stunden in den Kühlschrank stellen, damit sie ganz fest werden und sich gut auslösen lassen. Gekühlt sind sie 2-3 Wochen haltbar.


Vanillekipferl:
 
  • 50g gemahlene Mandeln
  • 1 Vanilleschote
  • 200g Puderzucker
  • 1 Eigelb
  • 125g Mehl
  • 1 Prise Salz
  • 100g kalte Butter
Die Vanilleschote auskratzen und die Schote zusammen mit 150g Puderzucker in ein Schraubglas füllen. Der Puderzucker sollte mindestens einen Tag durchziehen, damit er schön intensiv wird. Das ausgekratzte Mark mit Eigelb, Mehl, dem restlichen Puderzucker und Mandeln in eine Schüssel geben. Die Butter in Flöckchen dazugeben und möglichst schnell zu einem Teig verkneten. In Frischaltefolie bis zum nächsten Tag im Kühlschrank lassen. Am nächsten Tag dann den Teig portionsweise zu kleinen Rollen formen und mit einem Messer kleine Teigportionen abteilen. Zu Halbmonden formen und aufs Blech legen. Im vorgeheizten Ofen bei 160° ca. 15 Minuten leicht braun backen. Noch heiß im Vanillepuderzucker wälzen.


Spekulatiusblätter:


  • 50g Butter
  • 100g Puderzucker
  • 100g Mehl
  • 1 EL Spekulatiusgewürz
  • 2 Eiweiß
  • 100g gehackte Mandeln

Die Butter schmelzen und in einer Schüssel mit Puderzucker, Mehl, Spekulatiusgewürz und dem Eiweiß zu einem glatten, streichfähigen Teig verrühren. Den Ofen auf 180° vorheizen. Mit einer Winkelpalette oder einem Messer den Teig kreisförmig auf Backpapier streichen. Um die gleiche Größe zu bekommen hab ich vorher mit einem Bleistift und einem Keksausstecher Kreise auf die Rückseite des Backpapiers vorgezeichnet. Mit gehackten Mandeln bestreuen und im heißen Ofen 6-8 Minuten braun und knusprig backen. Die Kekse sind richtig schön knusprig und diesen feinen Spekulatiusgeschmack, trotzdem sind sie nicht so krümelig und fettig wie herkömmlicher Spekulatius. Aufbewahren sollte man die Spekulatiusblätter in einer luftdichten Metalldose, damit sie nicht weich und zäh werden.

Das Rezept für die Orangenmarmelade könnt ihr hier nochmal nachlesen.Meine Lieblings-Wintermarmelade!

Die Sachen, die ich von Monika bekommen habe, waren übrigens richtig, richtig toll!


Es gab kleine Florentiner, Lebkuchenkonfekt, Lebkuchen-Cake-Pops, Weihnachtsmandeln und Weihnachts-Cappuccino. Absolut lecker!
Liebe Monika, auch an dieser Stelle nochmal ein ganz liebes Dankeschön. Das hast Du echt toll gemacht :-)

Einen schönen Rest-Advent noch,
LG Sarah

Samstag, 23. November 2013

Geburtstagstorte für einen Fußball-Fan

Vor einiger Zeit durfte ich mal wieder eine Geburtstagstorte machen. Zum runden Geburtstag sollte es aber natürlich nicht einfach so ein stinknormaler Kuchen werden, sondern eine grün-weiße Werder-Bremen-Torte. Mein Herz schlägt ja persönlich eher für Basketball, aber jeder sonst in meiner Familie ist irgendwie mehr oder weniger Werder-Fan... hätte ich einen Bayern-München-Kuchen backen müssen, hätts da bestimmt Ärger gegeben :-D


Sehr schön finde ich, dass Wilton das Original-Werder-Grün als Lebensmittelfarbe verkauft (ok, die nennen das "Kelly-Green", ist aber identisch!), so musste ich nicht viel für den richtigen Farbton rumexperimentieren. Ich habe diesmal das erste Mal selbst Marshmallow-Fondant gemacht, und die Torte war sozusagen mein Übungsobjekt. Bisher war ich schonmal sehr zufrieden, der MMF ist deutlich elastischer, als z.B. selbstgemachter Gelatinefondant


Die Buchstaben für den Namen habe ich mit meinem JEM-Buchstaben-Set aus Blütenpaste ausgestochen, ich frage mich aber immer wieder, ob das bei Euch auch immer so eine Fummelei ist, die winzigen Buchstaben aus den Ausstechern zu lösen. Das kostet total viel Zeit, weil man die mit einer Nadel rausprokeln muss....oder mach ich einfach was verkehrt dabei?

Neulich habe ich auf Facebook den Link zu einem Tutorial gesehen, wie man ganz leicht jedes beliebige Motiv auf Fondant übertragen kann....das ist so einfach und simpel..... So konnte ich das Werder-"W" ganz einfach mit dem Skalpell aus Blütenpaste schneiden. Echt praktisch!

Innendrin steckt übrigens ein Haselnusskuchen, gefüllt und eingestrichen mit Swiss-Meringue-Buttercreme.

Liebe Grüße,

Sarah


Dienstag, 22. Oktober 2013

Making of .... Jutebeutel

Wie versprochen, erzähl ich jetzt ein bisschen was zur Entstehung meines Jutebeutel-Kuchens.
Ich hatte mich ja für die Kategorie "Freestyle" beworben, thematisch gab es dort keinerlei Vorgaben, allerdings musste das Schaustück wirklich zu mindestens 75% aus Kuchen bestehen und durfte keinerlei nicht-essbare Teile enthalten, also z.B. auch keine internen Stützen. Da muss man sich dann natürlich erstmal überlegen, was technisch so geht. Insbesondere sollte man so vorrausschauend planen, dass man beim Transport des Kuchens über 150 km im Kofferraum keinen Herzinfarkt bekommt, weil die Statik vielleicht etwas instabil sein könnte.
Ich hatte ja zum Glück meinen Geistesblitz, dass es ein Jutebeutel mit Gemüse werden sollte, statisch sollten da also keine Probleme auftauchen, und genauso hat es sich dann auch bewahrheitet!

Ich wollte, dass der Kuchen so aussieht, als ob man gerade erst vom Einkaufen nach Hause kommt und den prall gefüllten Beutel auf den Tisch stellt. Ich hab lange hin und her überlegt, was denn dann oben rausblitzen soll. Obst, Gemüse, Milchkartons, Baguette.... es gibt ja so viele Möglichkeiten. Im Endeffekt habe ich mich dann für Gemüse entschieden, weil es so viele tolle unterschiedliche Gemüsesorten gibt, die man wunderbar nachmachen kann. Und außerdem hatte ich  noch nie irgendwo richtig "lebensechtes" Gemüse aus Zucker gesehen, Obst hingegen schon häufiger.



Das tolle daran war, dass ich die Gemüsedeko schon Wochen vorher vorbereiten konnte. Hergestellt habe ich sie aus Modellierfondant, das ist normaler Fondant in den man CMC einknetet, und der dadurch deutlich fester aushärtet und filigraner verarbeitet werden kann. Das Grün an den Tomaten und die Artischocke sind aus Blütenpaste, dazu später mehr!

Angefangen hab ich mit den Tomaten, die sind wirklich relativ einfach herzustellen. Man rollt Kugeln aus rotem Fondant in der gewünschten Größe, uns steckt sie auf einen Zahnstocher.
 Mit dem Ende eines feinen Pinsels habe ich dann noch 5 leichte Kerben, vom Zahnstocher aus beginnend in die Tomaten gedrückt, damit sie etwas lebensechter wirken. Mein Tipp: Kauft euch Tomaten und schaut sie euch ganz genau an, es ist viel einfacher, nach einem richtigen Modell zu arbeiten, als aus dem Kopf. Außerdem ist Gemüse gesund!
Kopfüber können die Tomaten so erstmal trocknen, dazu habe ich die Zahnstocher in einen Tortendummie aus Styropor gesteckt.
Sind sie ganz ausgehärtet (bin mir nicht sicher, sie lange das dauert, da ich immer mal weitergearbeitet habe, wenn ich Zeit hatte), habe ich sie mit Chili-Red von Sugarflair abgepudert. Die Farbe wird so viel intensiver und schöner, als wenn man "nur" roten Fondant nimmt. (links mit Farbpuder, rechts ohne) Die Kerben habe ich noch etwas dunkler schattiert, indem ich etwas "Chili-Red" mit "Milk-Chocolate" gemischt habe, und die Linien mit einem feinen Pinsel nachgefahren habe.



Für das Grün obendrauf (wie heißt das eigentlich), habe ich etwas Blütenpaste grün eingefärbt. Ich habe bisher immer die von Squires Kitchen verwendet, das mache ich aber nicht nochmal! Das Sche***-Zeug wird selbst Tage nach dem Trocknen immer wieder total weich und fällt in sich zusammen. Was soll das? Wie soll man denn daraus Blüten machen, wenn die Blütenblätter immer wieder weich werden?? Von Jessi habe ich den Tipp bekommen, dass sie immer die BP von Satin-Ice für ihre tollen Blüten verwendet, die werde ich mir als nächstes bestellen, das ist sicher!


Für diese kleinen sternförmigen Dinger habe ich einen kleinen Blütenblattausstecher genommen und damit die sehr dünn ausgerollt Blütenpaste ausgestochen. Mit einem Skalpell kann man dann die eigentliche Form ausschneiden. Mit einem Balltool noch etwas die Kanten ausdünnen! Mit einem Zahnstocher habe ich dann auf einer Schaumgummi-Unterlage noch etwas Struktur hineingeprägt, fertig! Mit etwas Zuckerkleber (ich mische Wasser mit CMC), kann das fertige grüne Ding dann auf die durchgetrocknete Tomate geklebt werden. Um ein bisschen Bewegung reinzukriegen habe ich mit einem Zahstocher die feinen Enden teilweise noch etwas umgebogen. Jetzt kann man die Tomaten erstmal wieder für Tage oder Wochen zur Seite stellen und sich dem nächsten Gemüse widmen. Den Stielansatz habe ich erst ganz zum Schluss beim fertigstellen des Kuchens aufgeklebt, ich habs nämlich schlicht und einfach vorher vergessen :-)

Auf gehts zum Maiskolben. Um eins vorweg zu sagen, das Ding hat mich vier Stunden gekostet! Aber es hat auch fast was meditatives immer wieder kleine Kügelchen zu rollen, flachzudrücken, abzuschneiden und aufzukleben. Immer und immer und immer wieder....



Ich habe drei verschiedene Gelbtöne verwendet, der größte Teil der Körner ist aber aus dem dunkelsten gelb, erst nach oben hin bin ich etwas heller und auch kleiner geworden.
Als Untergrund habe ich einfach eine Rolle aus Modellierfondant mit ca. 3 cm Durchmesser auf einen Zahnstocher gesteckt und einige Tage durchtrocknen lassen. Der Zahnstocher ist später zum Anfassen enorm praktisch, wer jemals einen Maiskolben abgenagt hat, wird wissen was ich meine!

Ich habe mich zunächst Reihe für Reihe bis fast unter den Rand der Rolle mit ca. gleichgroßen Körnern vorgearbeitet. Aufgeklebt habe ich sie auch wieder mit Zuckerkleber. Nach oben hin zur Spitze werden die einzelnen Körnchen etwas kleiner, bis sie ganz oben noch winziger werden. Aus etwas gelbem Fondant habe ich ein kleines Hütchen auf die Rolle geklebt um so die Spitze des Kolbens zu formen.


Jetzt habe ich etwas helleren MF benutzt, indem ich einfach etwas mehr weißen Fondant druntergeknetet habe, für den noch helleren Ton natürlich noch etwas mehr.

Das ist wirklich eine ziemliche Fummelarbeit, aber vom Ergebnis war ich begeistert. Zum Glück musste ich ja nur einen Teil eines Maiskolbens machen, da ja nur die Spitze oben aus dem Beutel schauen sollte... sonst wäre ich vermutlich wahnsinnig geworden.


Zu den Möhren gibt es nicht viel zu sagen. Kleine Rollen aus orangenem MF formen, auf Zahnstocher 
stecken und mit einem anderen Zahnstocher feine Rillen rundherum reinziehen. Oben hinein habe ich eine kleine Vertiefung gedrückt, in die man dann ein kleines Röllchen grüne Blütenpaste kleben kann. Zur Seite stellen und trocknen lassen. Den letzten Schliff kann man nach dem Trocknen wieder mit etwas Puderfarbe verpassen, ich habe die kompletten Möhren mit orangenem Puder bestäubt und für die feinen eingeprägten Rillen etwas braune Puderfarbe mit Alkohol gemischt und mit einem ganz feinen Pinsel nachgefahren, ein bisschen braun am Grünansatz und fertig.

 Die Kartoffeln sind auch keine Zauberei, aber auch hier gilt: eine echte Kartoffel als Vorlage nehmen! Erstmal wollte ich ein paar Kartoffeln zur Probe machen, um zu sehen, ob mir das Ergebnis hinterher auch wirklich gefällt. Ich habe also erst eine kleine Menge Modellierfondant braun-gräulich eingefärbt und drei kleine Kartoffeln daraus geformt und auf einen Zahnstocher gesteckt. Die Kartoffeln dürfen nicht gleichmäßig und rund bzw. oval werden, denn so sehen echte Kartoffeln nicht aus! Lieber mal hier ne Delle reindrücken und da mit einem Zahnstocher ein kleines Loch reinpieksen... Das wirkt deutlich echter!
 
Nach einigen Tagen habe ich dann braune Puderfarbe mit etwas Alkohol gemischt und mit der Spitze eines feinen Pinsels ganz kleine Pünktchen draufgetupft, die haben echte Kartoffeln auch, das war mir bisher bloß nie wirklich aufgefallen! Nachdem die Punkte getrocknet waren habe ich die Kartoffeln mit brauner Puderfarbe überpudert, dabei muss man nicht sonderlich sorgfältig vorgehen, sondern kann z.B einige Dellen mit der dunkleren Farbe stärker hervorheben. Sieht wirklich täuschend echt aus, besonders, wenn der Fondant einen anderen Farbton hat, als die Puderfarbe! Meine Probekartoffeln waren also schonmal super, bei der nächsten Ladung habe ich dann leider nicht mehr den gleichen Farbton getroffen, wie bei den ersten dreien, sie sind etwas dunkler geworden. Aber egal, die zweite Fuhre lag dann auf dem fertigen Kuchen unter meinen drei "Lieblingskartoffeln". 
Als ich bei der Tortenshow dann meine zuständige Jurorin Silvia Zenz nach Feedback gefragt habe, war das Erste was sie sagte, dass ihr die Kartoffeln besonders gefallen hätten ;-) Das freut einen natürlich besonders.

Als ich die Artischocke gemacht habe, hab ich`s leider verschwitzt, viele Fotos zwischendurch zu machen. Aber ich versuche trotzdem mal zu erklären, wie ich die gemacht habe:
Hier ist es besonders ratsam, sich eine echte Artischocke als Vorlage anzuschauen. Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber aus dem Stegreif habe ich nicht gewusst, wie so ein Ding im Detail aussieht (Ich kauf sonst immer nur die eingelegten!)

Zuallererst habe ich mir eine Grundform aus Fondant gemacht und einige Tage trocknen lassen. Das ist diese unförmige weiße Ding, das da auf meinem chaotischen Küchentisch liegt. Parallel macht man sich am besten schon ein paar Blätter. Dafür habe ich dünn ausgerollte Blütenpaste in grün mit kleinen Kreisaustechern ausgestochen und mit dem Skalpell in Form geschnitten. Schaut euch unbedingt eine echte Artischocke dazu an, ich kann das hier nur schwer erklären... die Struktur habe ich wieder mit einem Zahnstocher eingeprägt. Da die Blütenpaste von Squires Kitchen bei mir ja leider scheinbar nicht fest genug wird, habe ich die einzelnen Blätter auch einige Tage trocknen lassen. Dafür habe ich mir aus Alufolie und Eierkartons eine kleine Form gebastelt. In jede Mulde kann man ein Blatt legen, das so in etwas gebogener Form trocknen kann!

Wenn sowohl die Grundform, als auch die Blätter getrocknet sind, kann man sie zusammensetzen. Ich habe auch hier wieder mit in Wasser aufgelöstem CMC gearbeitet. Zum Fixieren zwischendurch sind Gummibänder toll. Mit Stückchen von Küchenrolle kann man die (schon wieder weich gewordenen) Blätter etwas abstützen. Auch hier kommt natürlich erst richtig Leben rein, wenn man die Blätter mit in Alkohol aufgelöster Puderfarbe anmalt.




Fehlt noch der Knoblauch! Und ich kann jetzt schon behaupten, dass mir da ein ganz toller Special-Effect quasi so zugeflogen ist... aus Versehen!
Aus weißem Modellierfondant habe ich mir eine knoblauchknollenähnliche Form gebastelt, in die ich tiefe Rillen gezogen habe, z.B. geht das auch mal wieder gut mit einem Zahnstocher! Diese Furchen hab ich mit grauer, in Alkohol gelöster Puderfarbe nachgezogen und trocknen lassen. Dann rollt man ein Stück weiße Blütenpaste ganz, ganz dünn aus und legt sie wie eine zweite Haut über die Knolle. In der Mitte kann ma die Paste etwas hochtüdeln, damit das wie der Stiel aussieht. Und jetzt kommt der Clou:

Zuerst mit einem Zahnstocher rundherum senkrechte feine Rille eindrücken und dann alles dick mit Puderfarbe in hellgrau und flieder einpudern. Das sieht jetzt wirklich blöd aus, aber das wird noch. Nimmt man jetzt nämlich ein Stück Küchenrolle, taucht es in Vodka und reibt vorsichtig über die einzelnen Zehen der Knolle, löst sich die meiste Puderfarbe wieder und nur die feinen Rillen und tieferen Furchen sind durch das Puder noch betont. Sieht aus wie echt!



Das eigentliche Innenleben des Beutels besteht aus sehr langweiligem Kuchen, mit dessen Rezept ich niemanden langweilen oder abschrecken möchte. Geschmacklich ist das keine Offenbarung, zum Schnitzen ist er aber toll. Gebacken habe ich insgesamt 3 Kuchen mit jeweils 26 cm Durchmesser. Zusammengesetzt habe ich sie mit weiße Schokoladenganache. Das war mir sicherer, als mit Buttercreme zu arbeiten, Ganache ist deutlich stabiler.

Worüber ich mir anfangs wenig Gedanken gemacht hatte, war das Schnitzen an sich. Ich fand das dann doch schwieriger, als ich mir das so vorgestellt hatte. Von wegen, ich schnitz einfach alles weg, was nicht nach Beutel aussieht! So einfach ist das nicht ;-)
Man muss schon etwas mutig sein und darf nicht zu wenig wegschneiden. Konturen, Beulen und Falten müssen auch unter einer dicken Ganacheschicht und Fondant noch sichtbar sein.

 Am besten nimmt man dazu ein kleines Messer mit Sägeschliff und schneidet immer nur wenig auf einmal weg und keine dicken Brocken. Meine Lieblingsmusik dazu war übrigens "Rage against the machine", ein toller Soundtrack um die ganze Küche total einzusauen!
Die ganzen Krümel und Brösel, die dabei angefallen sind, habe ich übrigens eingefroren, und werde sie demnächst mal zu einer Masse an Cakepops verarbeiten, ist ja viel zu schade, das alles wegzuschmeißen!
Ich finde, jetzt sieht der Kuchen aus wie ein Gesicht mit einer dicken Nase :-D

Ich habe insgesamt zwei Schichten Ganache aufgetragen. Das Foto zeigt den Kuchen, bevor ich mit einem heißen Messer nochmal rübergegangen bin, um die letzten Unebenheiten zu glätten. Ist die Ganache dann fest, kann man den Fondant draufmachen. Ich habe, ähnlich wie bei einem Originalbeutel, jeweils eine Platte von vorne, als auch von hinten aufgebracht und die Nähte mit einem Skalpell vorsichtig zusammengefügt.
Auf die vordere Platte hatte ich vorher noch meinen Schriftzug übertragen. Dafür habe ich den Deckel eines ordinären durchsichtigen Schnellhefters genommen und ihn auf die spiegelverkehrte Schrift meiner Vorlage gelegt. Die Konturen habe ich mit einem Lebensmittelstift einfach auf dem durchsichtigen Plastik nachgefahren. Die so abgepauste Schrift kann man dann ganz einfach auf die gewünschte Stelle auf dem Fondant abdrücken. Schon hat man die gewünschten Konturen. Ausgemalt habe ich die Kontueren später mit einer Mischung aus Bronze und schwarzer Pastenfarbe, die ich mit Alkohol verdünnt habe.

 Bei meinem ersten Versuch des Eindeckens, hat alles wunderbar funktioniert, als ich dann aber noch etwas Struktur und Tiefe mit Puderfarbe aufbringen wollte, sah das absolut grauenhaft aus! Ich hätte den Fondant erstmal trocknen lassen sollen, alles war total fleckig! Zum Glück gibt es davon keine Fotos. Also alles runtergepult und nochmal. Der zweite Versuch hat dann irgendwann auch geklappt, ich habe oben noch einen Rand und die Träger angebracht und den Kuchen dann erstmal trocknen lassen! Nee, vorher hab ich natürlich noch die Nähte eingeprägt, mit meinem Kopierrädchen aus dem Nähladen.

Am nächsten Tag hab ich dann das fertige Gemüse mit Royal-Icing in die Öffnung des Beutels drapiert und mit etwas weißer Farbe und einem Schwamm noch die Beulen des Beutels etwas betont.

Zu guter letzt gibt es jetzt noch ein paar Close-Up-Fotos, und dann soll es das auch gewesen sein! Ich freue mich immernoch wie ein Schneekönig über die Auszeichnung und bin aber auch gleichzeitig froh, dass das vorbei ist. Ich war vor der Tortenshow mindestens so aufgeregt wie vor meiner Abiturprüfung.







Eins ist aber sicher! Bei der nächsten Tortenshow bin ich wieder dabei! :-D
Sarah

Montag, 14. Oktober 2013

Tortenshow 2013 in Hamburg

Tja, was soll ich lange drumrumreden......

***ICH HAB GOLD GEHOLT BEI DER TORTENSHOW IN HAMBURG .... AAAAAHHHHHHH!!!!!!!!! JUCHUHU!!!!!!!!!!!!!!!! ICH FREU MICH SO!!!!!!!!!!!!!!!!!****




Ja, ähem, *räusper,räusper*... ich war ja letztes Wochenende in Hamburg bei der Tortenshow, und nachdem ich im Vorjahr schon die tollen Beiträge der Teilnehme bewundert hatte, hab ich mir mal so gedacht.... das wär doch was! Kann man ja mal mitmachen!

Ich hab mich für die Kategorie Freestyle entschieden, da mir zum Thema Unterwasserwelt nicht so richtig was einfallen wollte, und ich von meiner letzten Hochzeitstorte immer noch genug hatte..... also... bisschen Kuchen schnitzen... Warum nicht?

Ziemlich schnell kam mir Anfang des Jahres die (Schnaps)Idee, was ich machen wollte. Ein Jutebeutel sollte es sein, mit Gemüse drin. Warum auch nicht? So was hatte ich vorher noch nirgendwo gesehen (als Kuchen natürlich), also bin ich meiner ersten Eingebung gefolgt. 





Ich hätte nicht im Ernst dran geglaubt, dass die Jury der Tortenshow mich so toll bewerten, immerhin hab ich vorher noch nie an einem Tortenwettbewerb teilgenommen. Als ich am Sonntagmorgen dann aber etwas übernächtigt in die Handwerkskammer gestolpert bin, hats mich ziemlich umgehauen!

Ein Plakette liegt auf meinem Kuchen, wie toll.... und was heißt das? Auf einigen anderen Kuchen liegen auch welche, die meisten sind irgendwie rosa/grau oder rosa/braun... da find ich rosa/gelb (wie auf meinem Kuchen) ja irgendwie schöner ;-) Naja, mal sehen was das zu bedeuten hat...


Ich hatte es etwas eilig, da ich zu einem Vortrag wollte und habs erstmal so hingenommen... Vor dem Raum in dem die Vorträge stattfinden sollten habe ich dann grandioserweise Jessi von Coli`s Kitchen und An von Tortenpoesie getroffen, die mich freundlicherweise aufgeklärt haben, dass ich eine goldene Plakette bekommen habe. Ach so, gelb bedeutet Gold, das ist ja krass :-) Damit hab ich ehrlich nicht gerechnet und freue mich immernoch wahnsinnig darüber!

In den nächsten Tagen werde ich noch einen ausführlichen Entstehungsbericht zur Torte posten! Heute solls aber erstmal mit ein paar Eindrücken von der Tortenshow losgehen.


Die Torte rechts im Bild ist von einer extremst talentierten Bloggerin, die ihr bestimmt eh alle kennt... letztes Jahr hat sie so ziemlich alle Preise abgeräumt ;-) An von "Tortenpoesie".
Und auch die Jules-Verne-Torte ist wieder phantastisch geworden!



Ein weiteres Highlight ist die Quallentorte von Jessi von "Coli`s Kitchen". Besonders die Farbkombination finde ich einfach klasse. 
Jessi hat natürlich diesmal, und auch bei der letzten Tortenmesse in Köln verdientermaßen ziemlich abgesahnt ;-)
Und ganz besonders habe ich mich gefreut, sie endlich einmal, genau wie An auch, persönlich kennenlernen zu dürfen!









Jetzt noch einige tolle Torten, von denen ich leider nicht weiß, wer sie gezaubert hat, die aber auch wirklich toll geworden sind!



Kathrin Adler


Vogelkäfighochzeitstorte von Vanessa Mellin







Tina Herzog



Tina Herzog

Valentina Terzieva

Das soll es für heute erstmal gewesen sein. Ein ausführlicher Post über meine Torte folgt demnächst und ich möchte mich noch einmal bei allen bedanken, die mir schon auf Facebook und natürlich im echten Leben gratuliert haben... Ich bin wirklich immernoch ganz gerührt !!!!
Vielen lieben Dank!!

Sarah

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