Montag, 11. Juni 2012

Das Wetter ist schön, auf zur Grillparty!

Am Wochenende waren wir von einer alten Schulfreundin von mir zu einer Grillparty eingeladen.Wir wohnen fast 300 km voneinander entfernt und hatten uns seit fast einem Jahr nicht mehr gesehen. Ich habe überlegt, was ich ihr als kleines Gastgeschenk mitbringen könnte. Ich persönlich hätte auch einen hässlichen Gartenzwerg oder ähnliche Geschmacklosigkeiten lustig gefunden, aber bei ihr war ich mir da nicht ganz sicher. Also... hab ich mal wieder einen Kuchen gebacken
Aber nicht nur irgendeinen, sondern den ultimativen Grillparty-Kuchen.
Ich muss leider gestehen, dass ich es nicht geschafft habe während des Schaffungsprozesses irgendwelche Fotos zu machen. Dieser Kuchen hat mich sehr nahe an den Rand des Verzweifelns gebracht. Insgesamt habe ich dafür ca. 10 Stunden gebraucht, verteilt über 3 Tage. Die fast dreistündige Anfahrt zur Party war für mich auch der blanke Horror, weil ich die ganze Zeit Angst hatte, der Kuchen würde die Fahrt im Kofferraum nicht heile überstehen und schon bei der Auffahrt auf die Autobahn vom Cakeboard rollen.

Hier mal mein Zeitplan: 
Mittwoch: Kuchen backen und Ganache machen

Leckerer weißer Schokoladenkuchen, den man auch mag, wenn man am liebsten dunkle Schokolade isst 

 300g Butter
 300 g weiße Kuvertüre
450 g Mehl
1 Päckchen Backpulver
400 Zucker
3 Eier Größe L
das Mark von einer Vanilleschote

Erstmal Backofen vorheizen auf 180 Grad. Dann eine runde Backform (22 cm) mit Backpapier auskleiden. Das macht bitte jeder so sorgfältig wie er möchte. Ich machs eher schlampig. Hier braucht man damit aber keinen Schönheitspreis gewinnen. 
Dann gibt man die Butter zusammen mit 270 ml Wasser in einen Topf und erwärmt das ganze bis die Butter geschmolzen ist. Währenddessen schon mal die Kuvertüre hacken und anschließend in den Topf mit dem Butterwasser gebe, diesen sollte man aber vorher vom Herd ziehen, sonst wirds zu warm für die Schokolade.Als nächstes vermischt man das Mehl mit dem Backpulver und siebt es in eine große Schüssel. Zucker dazu und einmal durchrühren. Die Eier leicht verquirlen und das Mark der Vanilleschote dazu geben und alles in die Schüssel mit dem Mehl gießen, kurz umrühren und dann kommt auch die Schokoladen-Butter-Wasser-Mischung dazu. Alles glattrühren und mal wieder nicht über die flüssige Konsistenz wundern.

Der Kuchen wird trotzdem was. Ab in den Ofen für 100 Minuten. Stäbchenprobe machen und rausholen wenn alles gut ist.

Den  Kuchen hab ich dann Mittwoch Abend in Frischhaltefolie gewickelt und in den Kühlschrank gelegt.
Die weiße Schokoladen-Ganache hab ich im Verhältnis 3:1 gemacht, das heißt 3 Teile weiße Kuvertüre und 1 Teil Sahne. Insgesamt hab ich fast 1,5 kg Ganache verbraucht. In den Kühlschrank stellen und bis morgen warten.

Donnerstag: Kuchen in Form bringen und Rollfondant machen

Den Kuchen hab ich in 3 gleichhohe Böden geschnitten und jeweils mit ca. 1 cm dicker weißer Schokoganache-Schicht wieder zusammengesetzt. Sah zwar lecker aus, aber noch nicht wie ein Grill. Also hab ich mir aus einem alten Schnellhefter mit Plastikrücken eine kleine improvisierte Tortenplatte mit 10 cm Durchmesser ausgeschnitten. Das sollte der Boden meines Grills werden. Die Schwierigkeit war die Form so zu gestalten, dass der Kuchen zu einer Kuppel wird, dabei aber auch noch an Höhe gewinnt. Ich wünschte, ich könnte hier Fotos zeigen, aber bei meinem Geschick wäre mir die Kamera (die nicht mir gehört!) in der Schokolade gelandet. Das hätte Ärger gegeben. Also leider nicht. Man schneidet also an den Seiten abfallen zum Boden eine sanfte Wölbung rund um den Kuchen und matscht das was an den Seiten abfällt mit Schokoladenganache vermischt oben wieder drauf. So kann man schön modelieren, die Masse wird mit der Ganache echt sehr fest und stabil. Daher ist es auch wichtig einen relativ festen Kuchen zu nehmen und keinen Biskuit oder ähnliches. Dieses ganze zusammenmatschen hat mich ein bisschen an die Herstellung eines Riesen-Cakepops erinnert :-)
Ist man mit der Form zufrieden schmiert man die übrige Ganache rund um den Kuchen. Ich hab den Kuchen für 10 Minuten ins Tiefkühlfach gestellt und konnte dann mit meinen relativ warmen Händen drüberfahren und alles glätten und Unebenheiten verwischen. Sah bestimmt nicht sehr professionell aus, hat aber gut funktioniert. Wenn man fertig ist, alles in den Kühlschrank zum Aushärten bis zum nächsten Tag.
Jetzt hab ich noch 2 kg Rollfondant vorbereitet und eingefärbt und zwar nach diesem Rezept.

Freitag: Bloß noch den Rest machen, haha!

Ich hab gekämpft, lange... und hart. Aber ich hab verloren. Der rote Fondant, den ich gestern gemacht habe hat den Kampf gewonnen. Einfach dahingebröselt, damit konnte man aber auch gar nichts mehr anfangen. Das lag aber nicht am Rezept oder am Fondant, sondern an mir Ich hab den Fondant nämlich etwas unsorgfältig eingewickelt und so ist er wohl trocken geworden. Zum Glück hatte ich noch genug Puderzucker um neuen zu machen. Sicherheitshalber hab ich noch ne Prise CMC druntergeknetet, da ich Angst hatte, der frische Fondant würde sich sonst ohne Ruhezeit nicht gut verarbeiten lassen. War aber wunderbar, weich wie fluffiger Marshmallow, hat aber gar nicht geklebt. Nachdem alles überzogen war und ich mit Royal Icing noch ein Grillrost aufgemalt hatte kam der lustige Teil. Schaschlik, Hähnchen und Bratwurst auch Fondant basteln. Das macht wirklich Spaß und nach ein bisschen bemalen sieht es wirklich täuschend echt aus.


Diese 3 Tage waren wirklich hart, insbesondere der letzte. Aber als ich die letzten Pinselstriche gemacht habe um die Grillstreifen aufzumalen war ich wirklich sehr zufrieden mit meinem Werk. Ich finde es immer wieder unglaublich, was man aus Zucker alles machen kann.

Auf der besagten Grillparty ist mein "Tischgrill" dann auch sehr gut angekommen. Keiner wollte so richtig glauben, dass man das auch alles essen kann. Trotzdem wollte ihn niemand anschneiden, und ich schon gar nicht! Irgendwann hat sich jemand erbarmt und es hat sich gelohnt. Wirklich lecker!



Kommentare:

  1. Sieht richtig toll aus!

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    1. Dankeschön, das freut mich. Geht runter wie Öl :-)

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  2. Hammer! Wie geil ist das denn ? Echt super! Und alles essbar? Unglaublich!

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    1. Ja, kann man alles essen. Allerdings bezweifle ich, dass ein ganzer Hähnchenschenkel aus Fondant wirklich richtig lecker ist. Der darunterliegende Grill ist besser!

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  3. Hey Sarah,
    ich habe Deinen Blog eben auf der Suche nach Royal Icing entdeckt!
    Einfach klasse, kann ich nur sagen. Deine wunderbare Art, alles zu beschreiben, Dein Humor, gepaart mit Deiner Kreativität - Ich bin nur begeistert!
    Mir geht es wie Dir, auch mich hat das Fieber gepackt - aber manchmal handelt man sich damit eine Menge Arbeit ein, die man eigentlich gar nicht will :-)
    Wenn man jedoch am Ende das Ergebnis sieht, ist man versöhnt und weiter süchtig nach Puderzucker, Eiweiß usw.
    Dickes Kompliment und lieber Gruß
    von Ulla
    ...die sich jetzt der Erstellung einer dreistöckigen Hochzeitstorte widmet :-D

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    1. Hallo Ulla,
      ich freu mich wirklich sehr, wenn das was ich hier so mache, anderen "Backverrückten" gefällt. Schön, dass man nicht alleine ist :-)
      Hoffentlich klappt alles mit Deiner Hochzeitstorte. Ich hab gerade meine erste hinter mir, und bin so froh, dass es vorbei ist. Ist wirklich ein tolles Gefühl, sowas zu schaffen, aber jede Woche bräuchte ich das nicht. Viel Erfolg füpr Dich und liebe Grüße

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  4. Ha, fantastisch, den werde ich ausprobieren. Interessant auch das mit der Ganache. Das kannte ich noch nicht, wills aber unbedingt probieren. Geeigneten Teig zum Modellieren zu finden ist nicht so einfach :)
    Danke für das Veröffentlichen!

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    1. Hi Laura,
      ja, der Teig eignet sich wirklich gut zum Modellieren und schmeckt dabei auch noch phantastisch :-)
      Gern geschehen!
      Liebe Grüße,
      Sarah

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