Hallo, ich bin Sarah. Ich bin 31 Jahre alt und ich bin süchtig! Ich
bin süchtig nach Puderzucker. Ich werde nervös, wenn ich nicht
mindestens ein Pfund Puderzucker im Haus habe. Oder Eier, oder Mehl,
oder Butter. Seit Monaten kaufe ich den Puderzuckerbestand des hiesigen
Supermarktes leer, weil ich ständig neuen Fondant machen muss…
Alles fing damit an, dass mir in meiner Mittagspause in einer
Buchhandlung ein Buch in die Hände fiel. “Planet cake” von Paris Cutler.
Ich hab`s so durchgeblätterst und dachte, “oh, nicht schlecht! Aha,
interessant.” Ok, nächstes Buch. Eigentlich hab ich irgendwas über
Brotaufstriche oder so gesucht, weiß ich aber nicht mehr genau…. Meine
Mittagspause war vorbei, die nächste und übernächste auch, aber
irgendwie haben mich diese Bilder scheinbar unterbewusst verfolgt. Also
bin ich nochmal in besagte Buchhandlung gegangen und hab mir das Buch
nochmal gegriffen. Meine jetzige Reaktion: “oh, krass, wie geht das. Wie
kann es sein, dass man das essen kann?” 25€ erschienen mir aber erstmal
zu viel Geld um es spontan für ein Buch zu verpulvern, dass vielleicht
eh nur rumsteht und verstaubt.
Einige Wochen vergingen, und immer, wenn ich mal in der Nähe war, hab
ich mal geguckt, ob`s noch da ist. War es auch. Irgendwann dachte ich: ”
Schade, so ein schönes Buch, und keiner kauft`s. Ist ja auch doof.”
Also hab ich`s mitgenommen.
Zuerst war ich von den ganzen angegebenen Materialien, Zutaten und
Werkzeugen ziemlich abgeschreckt. Ich hab schließlich weder `ne Werkbank
zuhause, noch bin ich Apotheker oder Chemiker. Nach längerem Reinlesen
und einigen Internetrecherchen zum Thema Rollfondant “kaufen oder
selbermachen” hatte ich mich aber etwas reingefuchst. Aufgrund der
exorbitanten Preise von fertigem Fondant hab ich mich dazu entschieden
Selbigen, zumindest zum Anfang selbst zu machen. Es folgte das erste
Kilo gekaufter Puderzucker, gefolgt von vielen weiteren.
Zu meinem Geburtstag Mitte März hab ich also mein erstes Projekt aus
diesem Buch begonnen. Die pinken Cupcakes mit der schwarezen Schleife
sahen so aus, als ob auch ich als Anfänger das theoretisch schaffen
könnte. Ich habs auch hingekriegt. Die Anleitung war leicht verständlich
und gut nachzumachen.
Mit dem Ergebnis war ich sehr zufrieden. Die meisten gingen an meine
Kollegen, drei an meinen Mann, an meine Schwiegermutter und an meine
Freundin. Ich selbst wollte keinen essen. Ich glaube, ich hätte das
Gefühl gehabt, ich hätte ins liebevoll aufgezogene Familienkaninchen
gebissen. Aber egal. Ich wollte die Dinger auch gar nicht essen, sondern
nur hübsch machen. Ich glaube, das ist mir auch gelungen.

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